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CD-Review

CD-Cover  

BALKAN BEAT BOX - Balkan Beat Box
Label: Essay Recordings
Veröffentlichungsdatum: 10.10.2005

Tamir Muskat und Ori Kaplan sind die Kreativköpfe, die sich hinter dem Namen Balkan Beat Box verbergen. Ihre Band agiert dabei nicht als Black Box, sondern ist offen für viele Einflüsse und künstlerische Ausdrucksformen. Neben der Musik fließt vielerlei in das Konglomerat BBB ein. Bauchtanz, Flamenco, DJs, VJs und Performance-Kunst macht das aus, was die beiden 2003 ins Leben rufen. Kaplan und Muskat sind aber beileibe keine Frischlinge, als sie 2003 in New York die Balkan Beat Box an den Start bringen. Der Name gerät dabei ein klein wenig irreführend, denn was sich unter dem Projekt abspielt, ist nicht nur auf dem Balkan zu verorten, sondern greift weiter.

Dies hat ganz sicher auch etwas mit den Wurzeln der beiden Protagonisten zu tun. Beide wachsen in der israelischen Hafen- und Musikmetropole Tel Aviv auf. Kaplan erhält bereits in seiner früher Jugend Unterricht in Klarinette, einem der tragenden Instrumente der Klezmer-Musik. Traditionalismus in seiner reinen Form scheint aber seine Sache nicht unbedingt zu sein. So spielt er denn auch bald mit elektronischen Klangerzeugern und experimentiert mit Samplern beim Underground-Projekt DXM. Muskat kommt in Rumänien zur Welt, von wo seine Mutter nach Israel auswandert. Den vermeintlichen Kulturschock integriert Tamir schon bald als musikalische Lebensmaxime in seine Arbeit als Tontechniker und Produzent.

Unabhängig voneinander zieht es beide nach New York, wo sie ihren unterschiedlichen Vorlieben künstlerisch Ausdruck verleihen.
Bei Gogol Bordello haben sie gemeinsam die Finger im Spiel. Die Melange aus Elektroklängen und Romamusik bei Gogol Bordello muss Kaplan und Muskat dann dermaßen ins Mark geschossen sein, dass sie 2003 beschließen, die Balkan Beat Box als loses Kollektiv, mit ihnen selbst als klangliche Moderatoren, zu gründen. Unter Mitwirkung der unterschiedlichsten Gäste entsteht ein Album, das so ziemlich alles einschließt, was die beiden während ihres musikalischen Schaffens bislang berührt. Klezmer trifft auf Roma-Fanfaren, Dub gibt sich mit bulgarischen Frauengesängen munter die Klinke in die Hand und Nordafrikanische Gnawa-Musik vermischt sich mit Elekronik. Wie das ganze live abgeht zeigt dann noch ein 11minütiges Video.

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28.03.2006