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CD-Review

CD-Cover  

BOOM PAM - boom pam
Label: Essay Recordings
Veröffentlichungsdatum: 30.09.2006

Das Hören von Musik geschieht in den meisten Fällen assoziativ. Verstärkt wird dieser Effekt dann, wenn die Musik aus einem bestimmten Land kommt. So sind Jamaica und Reggae eine nahezu untrennbare Einheit und so verhält es sich auch im Fall Israel. Hier denkt jeder sofort an Klezmer. Hier kommt nun die Band Boom Pam aus Tel Aviv ins Spiel. Den Musikern hängt nämlich das Klischee vom ewigen Klezmer, das mit jüdischer Musik assoziiert wird, gehörig zum Hals heraus. „Keiner hört Klezmer“ meinen sie beinahe einhellig. „Klezmer ist das, was in den CD-Läden am Flughafen als `die Musik Israels` verkauft wird. Da ist meist Klezmer drin, aber das zeigt nicht wirklich was hier los ist ... Das ist das, was außerhalb Israels populär ist, aber nicht das, was hier passiert.“ Und in Tel Aviv passiert eine ganze Menge. Wie in jeder anderen Metropole auch, treffen hier Menschen und prallen hier Musikstile aus aller Welt aufeinander. Im Fall von Boom Pam ist das Ergebnis ein Stilmix aus der Musik des Mittelmeeres, des Balkans und Griechenlands, versüßt mit jüdischen Melodien und angereichert mit fettem Surfrock und schräger Zirkusmusik. Ihre Musik erinnert ein bißchen an Bands wie Ne Zhdali oder Kletkared, ist aber bei weitem nicht so frickelig. Und deshalb schaffen es Boom Pam auch mit Leichtigkeit mal eben 8000 Premierengäste für Emir Kustoricas letzten Film `Life is a miracle` in Tanzwut zu versetzen. Eine Möglichkeit sich die Band auch in unseren Gefilden anzugucken ergibt sich am 23. Oktober. Dann spielen Boom Pam im Rahmen der Jüdischen Kulturtage in Berlin.

www.boompam.org

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28.03.2006