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CD-Review

CD-Cover  

EMMANUEL JAL & ABDEL GADIR SALIM - Ceasefire
Label: Riverboat Records
Veröffentlichungsdatum: September 2005

Musik aus Afrika hat es gemeinhin schwer. Das gilt für traditionell geprägte Klänge, das gilt aber auch für HipHop. Wahrgenommen wird, was das ethnologische oder exotische Interesse der ersten Welt befriedigt, oder, und auch das kommt des öfteren vor, Musik von Künstlern, die aus einer Region stammen, die es der politischen und humanitären Lage wegen für ein paar Wochen in die Nachrichten schafft.

Und so kam Mitte Oktober ein Album auf den Markt, dessen große internationale Beachtung ohne das Morden in der Darfour-Region im Sudan undenkbar gewesen wäre. Das ist schade. Schlimm auch, das die Plattenfirma die Herkunft der beiden Musiker dermaßen in den Vordergrund stellt, deren Zusammenarbeit als die erste Kollaboration eines christlichen Musikers aus dem Südsudan mit einem muslimischen Musiker aus dem Nordsudan darstellt und das Ergebnis als eine Botschaft des Friedens feiert. Das ist überflüssig, denn die Musik von Emmanuel Jal und Abdel Gadir Salaim hat es in keiner Weise nötig dermaßen eingeführt zu werden. Ja, es sind zwei verschiedene Welten, aber das Ergebnis ist letztendlich immer noch Musik.

Auf Ceasefire bedient sich Emmanuel Jal bei seinem Sprechgesang der Musik-Kultur des Sudan. Diese wird mit internationalen Fusion-Elementen angereichert und es entsteht eine intelligente Mischung die permanent zwischen Tradition und Moderne wechselt. Mit seiner Hip-Hop-Crew »The Reborn Warriors« rappt Jal über ausgefeilte Kompositionen von Abdel Gadir Salim und seiner Band »Merdoum All Stars«, während Abdel Gadir Salim und seine Musiker die Songs von Jal wiederum mit Oud, Akkordeon, E-Gitarre, Saxophon und Perkussion bereichern. Das ist die Musik, die entlang der ostafrikanischen Küste gehört wird, zu der getanzt wird und die die virulenten Themen vor Ort, wie Krieg, Armut, Hunger oder den Einfluss der Religionen, anspricht. Wer sich dafür interessiert und darüber hinaus noch gute Musik entdecken will, dem ist die CD von Emmanuel Jal und Abdel Gadir Salaim nur zu empfehlen.

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28.03.2006