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CD-Review

CD-Cover  

OI VA VOI - Oi Va Voi
Label: V2 Records
Veröffentlichungsdatum: 27.04.2007

Fünf Jahre ist es nun her, da erschien das Album „Digital Folklore“ der Londoner Band Oi Va Voi. Die sechs Musiker waren fortan die Lieblinge der Musikkritik, hatten sie doch ein neues Genre erfunden. Eine Mixtur aus Klezmer und elektronischer Musik. Ihr zweites Album „Laughter Trough Tears“ schlug dann richtig ein und hielt sich 2003 monatelang auf einer Spitzenposition der europäischen World Music Charts.

Nun veröffentlichen Oi Va Voi ihr neues Album und das überrascht. Den Klezmer hat die Gruppe weit hinter sich gelassen, stattdessen ist ihr ein Pop Album gelungen, das äußerst modern und gleichzeitig sehr intensiv klingt. Abwegig ist das nicht, sind die Musiker doch zu allererst einmal Kinder der Club-Kultur. Die Klezmermusik war dagegen ein eher imaginärer Faktor, vielleicht auch die musikalische Suche nach Identität. Das ist vorbei. Oi Va Voi klingen jetzt reifer, ruhiger und machen den Sound der ihnen gefällt. Fein arrangierte Songs, gesponnen aus Club tauglichen Beats mit eher seltenen Ausflügen in den früheren Klezmersound. Einzig der Titel Balkanik fällt da noch aus dem Konzept, er ist aber auch ein Hinweis auf die Fähigkeit der Band Barrieren zwischen den Genres niederzureissen. Wenn sie will.

Das Album hat noch viele weitere Überraschungen zu bieten. Was man alles mit einem simplen Disco-Beat anstellen kann zeigt z. Bsp. der Opener Yuri. Schön klingt auch der Song Dissident mit der ungarischen Sängerin Agi, die ihre Stimme ja schon des öfteren der Formation Besh O Drom geliehen hat. Einziger Kritikpunkt: Mit 41 Minuten Spielzeit fällt das Album ganz schön kurz aus! Live zu sehen sind Oi Va Voi übrigens Ende des Monats. Am 29. Mai spielen sie im Berliner Club Tacheles.

www.oi-va-voi.com

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28.03.2006